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Zehn Jahre Schulassistenz

Hannes* lässt sich sehr leicht ablenken und braucht für seine Aufgaben länger als seine Mitschüler. Lina* hat eine motorische Schwäche und schreibt deshalb noch auf Papier mit größeren Kästchen. Beide Schüler besuchen die sechste Klasse einer Duisburger Gesamtschule. Dass sie hier am Unterricht teilnehmen können, ermöglicht eine so genannte Integrationshelferin. Im „Tandem-Modell“ begleitet Tanja Krischick die beiden Zwölfjährigen in der Schule. Sie sitzt in der Klasse neben ihnen, lenkt ihre Aufmerksamkeit immer wieder auf den Lernstoff und gibt individuelle Hilfestellung. „Wenn Lina unruhig wird, gehe ich mit ihr vor den Klassenraum, wir machen ein kurzes Bewegungsspiel, und dann lasse sie ihre Aufgabe an ihrem ruhigeren Ort zu Ende machen. Hannes erkläre ich häufig die Fragen noch einmal mit meinen eigenen Worten, damit er sie besser versteht und bearbeiten kann“, erklärt die 36-Jährige.

Schulassistenten oder Integrationshelfer wie Tanja Krischick werden dann eingesetzt, wenn die Schwierigkeiten eines Kindes im Schulalltag so massiv werden, dass die Lehrkräfte sie nicht auffangen können. Die Amalie Sieveking Gesellschaft Duisburg (ASG) bietet die Schulassistenz seit zehn Jahren an. Koordinatorin Christiane Herberth erklärt: „Was sich zunächst aus der Notwendigkeit der Begleitung von Kindern aus unserem Kinder- und Jugendhaus Beeck ergab, hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem eigenen Bereich entwickelt.“

Durch die aktuelle Entwicklung und Umsetzung im Bereich der Inklusion in Schulen ist die Nachfrage nach Integrationshilfe in den letzten Jahren gestiegen. Hinzu kommt die steigende Rate an diagnostizierten Beeinträchtigungen im Bereich der sozial-emotionalen Einschränkungen (z.B. Autismus). Diese beeinträchtigen Kinder in der erfolgreichen Teilnahme am Unterricht, können aber häufig gut durch die Schulassistenz aufgefangen werden.

Lina und Hannes wären ohne ihre Integrationshelferin wahrscheinlich nach der Grundschule zu einer Förderschule gewechselt. Sie und ihre Eltern sind deshalb froh über die Unterstützung von Tanja Krischick. Die Hombergerin war bis zur Geburt ihrer heute dreijährigen Tochter im Einzelhandel tätig, zuletzt als Filialleiterin. Während ihrer Elternzeit wurde ihr klar, dass sie mehr mit Menschen arbeiten möchte und machte deshalb eine Weiterbildung zur Alltagsbegleiterin mit mehreren Praktika. Mit ihrer neuen Aufgabe als Integrationshelferin bei der ASG fühlt sie sich rundum wohl. „Es ist schön zu sehen, dass die Kinder Fortschritte machen“, sagt Tanja Krischick. „Lina ist viel selbständiger geworden und hat in ihrer Klasse neue Freundschaften geschlossen.“

* Die Namen sind zum Schutz der Kinder geändert.