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Basale Stimulation als Teil der Palliativpflege

Die Bewohner in Einrichtungen der Behindertenhilfe werden immer pflegebedürftiger und älter. Abschiednehmen und Sterben als Teil des Lebens gehören zum Alltag. Zunehmend wichtig sind speziell qualifizierte Mitarbeiter und eine gute Vorbereitung.

Lieselotte (Name geändert) war eine der ersten Bewohnerinnen im Stöckerhaus. Fast 40 Jahre war es ihr Zuhause. Die Mitbewohner und Mitarbeiter waren ihre „Familie“, mit ihnen ist sie alt geworden. Sie war ein fröhlicher, aktiver Mensch und sehr beliebt. Vor ungefähr 15 Jahren diagnostizierten die Ärzte bei Lieselotte eine Krebserkrankung. Sie hätte operiert werden können, doch das wollte sie nicht. „Eine Behandlung im Krankenhaus hat sie eindeutig abgelehnt“, erinnert sich die stellvertretende Hausleiterin Sabine Goldmann. Wegen ihrer geistigen Behinderung konnte die über 80-Jährige zwar nicht sprechen, eine nonverbale Kommunikation war aber möglich. Viele Jahre lebte Lieselotte ohne erkennbare Beeinträchtigungen.

Gute Vorbereitung

Die Mitarbeiter merkten sofort, als sie Schmerzen bekam. Ihr Hausarzt ordnete eine entsprechende Therapie an. „Wir haben dann begonnen, uns auf ihren letzten Lebensweg vorzubereiten“, erklärt Jolante Bährens. Die gelernte Altenpflegerin ist die Palliativbeauftragte im Stöckerhaus. Vor drei Jahren absolvierte sie eine 160 Stunden umfassende Weiterbildung in Palliative Care, die das Ziel hat, bei fortschreitenden unheilbaren Erkrankungen den Verlauf zu verlangsamen und Symptome wie Übelkeit oder Schmerz zu reduzieren. Jolante Bährens nimmt regelmäßig an Vertiefungskursen (Palliative Care Level 2) teil, um ihr Wissen auf dem aktuellen Stand zu halten und zu erweitern. Ihr Know-how gibt sie auch an die Kollegen im Haus weiter.

„Die Vorbereitung ist sehr wichtig“, sagt sie. Dazu gehört auch die enge Zusammenarbeit mit Ärzten und auf Palliativpflege spezialisierten ambulanten Diensten. Sie erstellen einen Schmerzbogen und bereiten eine Bedarfsmedikation für den Notfall vor. „Das gibt allen Beteiligten Sicherheit.“

Nicht allein sein

Irgendwann aß und trank Lieselotte weniger, wollte nur noch im Bett bleiben. Jolante Bährens: „Wir haben darauf geachtet, dass sie keine Schmerzen hat, genug Flüssigkeit erhält und nicht allein ist. Wohltuend war für sie auch die basale Stimulation in Form von Handmassagen mit hochwertigen Aromaölen. Zuletzt war immer jemand bei ihr. Alle Mitbewohner und Mitarbeiter konnten sich von ihr verabschieden. Sie ist friedlich eingeschlafen.“